Immer mehr Menschen suchen in immer häufigeren Situationen eine technisch vermittelte Weise der zwischenmenschlichen Kommunikation. Vor allem das Fernsprechen im Kontext elektronischer Vermittlungssysteme nimmt beim Ersatz des unmittelbaren und direkten persönlichen Gespräches eine führende Stellung ein. In allen industrialisierten Ländern wächst die Zahl der täglich geführten Telefonate kontinuierlich. Neben dem exorbitanten Wachstum geschäftlicher Telefonate spielt auch das private Telefongespräch eine immer wichtigere Rolle. In seiner besonderen Qualität „als verhülltes Sprechen“ ist das Telefon aber inzwischen ernsthaft bedroht, es könnte unter Umständen im nächsten Jahrzehnt durch das Bildtelefon mehr oder weniger vollständig ersetzt werden. Doch die Einführung des Bildtelefons ist mehr als ambivalent. Das Bildtelefon als komplementäres Angebot neben dem tradierten Telefon ist unproblematisch. Schlimm wäre es allerdings, wenn immer mehr Menschen wegen des technischen Fortschritts auf das Bildtelefon umsteigen würden und somit ihre Gesprächspartner direkt oder indirekt zu einem Verzicht auf das "verhüllte Sprechen" im guten alten Dampftelefon verleiten würden.
Literaturhinweis:
http://www.ulrichthomaslange.de/Texte/VerhuelltesSprechenZeitschriftfuerSemiotik.PDF
http://www.ulrichthomaslange.de/Texte/UbiquitaetundVerstaendigungWelthilfssprache.PDF
Montag, 23. Juli 2007
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